Adolph Donaths "Wie die Kunstfälscher arbeiten" untersucht die Herstellung, Tarnung und Vermarktung gefälschter Kunstwerke mit der Genauigkeit einer kunsthistorischen Fallstudie. Im Mittelpunkt stehen die technischen und psychologischen Verfahren der Fälscher: die Nachahmung von Stil und Material, künstliche Alterung, verfälschte Signaturen, konstruierte Provenienzen sowie die Ausnutzung von Sammlerleidenschaft und Kunsthandel. Donath verbindet anschauliche Darstellung mit analytischer Skepsis und ordnet das Thema in die damals aufkommende moderne Kunstkritik und wissenschaftliche Zuschreibungspraxis ein. Das Buch ist damit zugleich kulturgeschichtliche Untersuchung, Warnschrift und Beitrag zur Frage, wie Authentizität überhaupt erkannt wird. Als Kunstschriftsteller, Kritiker und Kenner des internationalen Kunstbetriebs verfügte Donath über jene Verbindung aus stilgeschichtlichem Wissen und praktischer Marktbeobachtung, die eine solche Studie voraussetzt. Sein Interesse galt nicht allein dem spektakulären Betrug, sondern auch den institutionellen Bedingungen, die ihn ermöglichten: dem Ansehen von Experten, der Autorität von Signaturen und der Bereitschaft, begehrte Zuschreibungen ungeprüft zu akzeptieren. Aus dieser Perspektive erklärt sich der aufklärerische Impuls des Werkes. Empfohlen sei das Buch allen, die Kunstgeschichte, Provenienzforschung und die Mechanismen des Kunstmarktes verstehen möchten. Es zeigt eindringlich, dass Fälschung nicht bloß technische Kopie, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus Wissen, Inszenierung, Vertrauen und wirtschaftlichem Interesse ist. Gerade deshalb besitzt Donaths Untersuchung auch für heutige Leser wissenschaftlichen und kulturkritischen Wert.