Zwölf Männer, die man nicht heiraten sollte. Zwölf Frauen, die es trotzdem tun.
Ein Bräutigam, dessen Haus im Wald einen Raum hat, den keiner öffnen darf.
Ein Vater, der die eigene Tochter zur Braut will.
Ein König, der Demütigung Erziehung nennt.
Eine Königstochter, die neunundneunzig Bewerber hat töten lassen und beim hundertsten die Regeln ändert.
Diese Geschichten sind zweihundert Jahre alt und kennen jeden Mechanismus, von dem heute erzählt wird: das Machtgefälle, den verbotenen Raum, die erzwungene Nähe, den Mann, der Bedrohung und Zuflucht in einer Person ist. Nur wird hier nichts beschönigt. Wer sieben Jahre eingemauert überlebt, kommt nicht unbeschädigt heraus. Wer wartet, wartet gegen den Spott aller anderen. Und manchmal ist die Täterin die Braut.
Zwölf Märchen der Brüder Grimm, im Originaltext, ausgewählt und neu geordnet nach den Tropes, die das Genre heute tragen - von Blaubart über Allerleirauh bis zu Jungfrau Maleen.
Kehr um, kehr um, du junge Braut.
Doch sie kehrt nicht um ...