Der Dichter und seine Stadt: kompliziert und komplex zugleich war das Verhältnis Thomas Bernhards zu Salzburg. Dieser materialreiche Band zeigt das mit zahlreichen Fotos, Aufsätzen, einem historischen Kommentar und frühen Texten von Thomas Bernhard.
¯Du schönste Stadt am Salzachfluß, / Ich schloß dich in mein Herz, / Trotz
täglich starkem Regenguß / Und kindlich hartem Schmerz.® So besingt der
siebzehnjährige Thomas Bernhard in einem seiner frühesten Gedichte Salzburg,
die ¯Königin der Städte®. Fast dreißig Jahre später hingegen nennt er die
Stadt zur Empörung ihrer Bewohner einen ¯menschenfeindlichen architektonisch-erzbischöflich-stumpfsinnig-nationalsozialistisch-katholischen
Todesboden®. In ¯22 Annäherungen® wird Bernhards komplizierte Beziehung
zu Salzburg aufgezeigt. Bernhards Salzburg-Bild, wie es in seiner Autobiographie
erscheint, steht im Mittelpunkt, ergänzt durch zahlreiche Fotographien
und einen historischen Kommentar. Seine journalistische Tätigkeit und die
Studienjahre am Mozarteum werden mit einer Reihe von bisher kaum zugänglichen
Texten aus Bernhards frühen Jahren vorgeführt. Weitere Abschnitte dokumentieren
Entstehung, Realisierung und Rezeption der für die Salzburger Festspiele
verfaßten Dramen, die öffentlichen Reaktionen auf diese widersprüchliche
Persönlichkeit, die Konflikte des Autors mit Institutionen, aber auch die
spektakulären Zerwürfnisse mit der Leitung der Festspiele.