Ein Tagebuch aus den letzten Monaten eines Krieges. Keine Heldengeschichte. Keine Erlösung. Kein Trost. Friedrich Keller ist vierundzwanzig Jahre alt. Gefreiter der Infanterie. Er schreibt, um nicht zu verschwinden. Jeder Eintrag ist ein Versuch, Ordnung in eine Welt zu bringen, die jede Ordnung verloren hat. Zwischen Schnee, Schlamm und zerfallenden Stellungen hält er fest, was vom Menschsein übrig bleibt, wenn alles andere abgetragen wird. Er berichtet nicht von Siegen. Nicht von Mut. Nicht von Sinn. Er schreibt über Hunger. Über Kälte. Über das Sterben. Über das langsame Verstummen von Gefühlen. Mit jedem Tag werden die Sätze kürzer. Die Gedanken brüchiger. Die Erinnerung unschärfer. Der Krieg frisst sich nicht nur durch Landschaften, sondern durch Identitäten. Kameraden verschwinden. Namen verlieren Gewicht. Gesichter lösen sich auf. Was bleibt, ist Beobachtung. Und das Wissen, dass auch diese bald versagen könnte. Aufzeichnungen eines Sterbenden ist ein kompromissloser literarischer Antikriegsroman über psychischen Zerfall, existenzielle Leere und das stille Verschwinden eines Menschen im Getriebe eines sinnlosen Vernichtungskrieges. Dieses Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die keine Erleichterung suchen. Keine Helden. Keine Rechtfertigungen. Nur Wahrheit.