Sie war eine der produktivsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit und dennoch geriet ihr Name fast in Vergessenheit: Charlotte von Ahlefeld, geborene von Seebach, führte ein Leben zwischen aristokratischen Salons und literarischer Bohème, zwischen gesellschaftlichen Konventionen und künstlerischer Freiheit.
Als Tochter einer deutschen Adelsfamilie wuchs sie in der Welt des späten 18. Jahrhunderts auf, doch ihr Geist strebte weit über die Grenzen hinaus, die ihr Stand und ihr Geschlecht ihr auferlegten. Nach einer unglücklichen Ehe wandte sie sich der Literatur zu und wurde zu einer der meistgelesenen Autorinnen der Romantik. Mit über 50 Romanen und zahlreichen Erzählungen schuf sie ein beeindruckendes OEuvre, das von den Wirren der napoleonischen Zeit geprägt war und die sozialen Umbrüche ihrer Epoche reflektierte.
Ahlefelds Erzählungen zeichnen sich durch psychologische Tiefe, lebendige Charakterzeichnungen und einen scharfen Blick auf die gesellschaftlichen Zwänge aus, denen besonders Frauen ausgesetzt waren. Sie schrieb über Liebe und Entsagung, über Pflicht und Leidenschaft, über die Suche nach Selbstbestimmung in einer Zeit des Umbruchs.
Dieser Sammelband versammelt ihre schönsten Erzählungen und lädt dazu ein, eine außergewöhnliche Autorin wiederzuentdecken, die es verdient hat, aus dem Schatten der Literaturgeschichte ins Licht der Gegenwart gehoben zu werden.