Die Frage
Weshalb nur konnte das geschehen? Ausgerechnet jetzt, wo ich
gerade nach Hause gekommen war? Ich drehte meinen Kopf zur
Seite und starrte gedankenverloren aus dem Fenster. Ich wunderte
mich, dass ich ärgerlich dieses "ausgerechnet jetzt" gedacht hatte.
Denn das war doch jetzt gänzlich unwichtig. Karin, meine
Lebensgefährtin, lag auf der Krebsstation des Krankenhauses, hier
in Hamburg. Hauptsache war doch, sie konnte überhaupt gerettet
werden! Was spielte es da ins gemein für eine Rolle, worüber ich
mich mokierte? Zu Hause, kurz bevor mir auffiel das mit Karin
irgendetwas nicht stimmte, hatten wir gestern Abend noch gelacht.
Ich lächelte über diesen jetzt einflusslosen Gedanken und fiel
wieder in meine düstere Stimmung zurück, die mich schon seit
Stunden erfüllte. Was für ein beschissener Tag war das heute
gewesen. Alles kam so gänzlich unerwartet für mich, niemals
hätte ich damit gerechnet. Wie hatte ich nur so unaufmerksam
sein können? Wäre es mir klarer gewesen, was in Karin vorging,
hätte ich mehr auf sie geachtet, hätte intensiver nachgehakt um zu
erfahren was die Ärztin damit meinte, als sie zu Karin gesagt
haben soll: "Das ist eine Lungenentzündung, die sie da auf dem
Röntgenbild sehen". Später, beim Abendbrot, fragte ich noch
einmal nach. Karin braucht eine kleine Weile, um mir zu
antworten. Dann lächelte sie