Irigaray schreibt sich Nietzsches Text ein, befragt ihn von seinen Rändern und dem Nichtgesagten her. Auf diese Weise macht sie eine in Nietzsches Werk verdrängte und unterdrückte Stimme vernehmbar: die der Geliebten und der Weiblichkeit, die hier mit dem Wasser, dem Flüssigen und dem Meer assoziiert werden. Irigarays vielstimmiger Text eröffnet eine Reihe von Fragen: Kann es gelingen, für das Andere zu sprechen, ohne diesem Anderen Gewalt anzutun? Lässt sich schreiben, ohne das Andere essentialistisch auf seine Andersheit festzulegen? Welche Ethik impliziert das Schreiben/Sprechen für andere?