Insektenpoesie
- unter diesem Titel versammelt der vorliegende Band eine Reihe von Beiträgen, die erste Ansätze zu dem bilden, was wir 'literarische Entomologie' nennen und als Forschungsfeld umreißen wollen. Als Referenzobjekt steht eine Klasse von Tieren im Fokus, die nach zoologischer Ordnung als die artenreichste überhaupt gilt und zu der die Menschen seit alters ein spannungsreiches Verhältnis unterhalten. Zwischen Ekel und Faszination, Abscheu und Bewunderung, Fluch und Verehrung, zwischen Neugierde und Geringschätzung, Schutz und Vertilgung könnte der Zwiespalt größer nicht sein. In Zeiten des sogenannten 'großen Insektensterbens' scheint die Auseinandersetzung mit dieser Ambivalenz nötiger denn je.
Es wimmelt von Insekten in der Literatur. Von den äsopischen Fabeln bis zu den Insektenromanen der Moderne durchkreuzt das literarische Interesse am Kerbtier Epochen und Gattungen. Der Band versammelt Beiträge zu literarischen Insekten von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwartsliteratur. Dabei deckt er ein breites entomologisches Themenfeld ab - behandelt werden u.a. Ameisen, Bienen, Fliegen, Hummeln, Käfer, Libellen und Spinnen - und verarbeitet diverse diskursive Kontexte wie Poetik und Philosophie, Naturgeschichte und Insektenforschung und Themen wie Migration, Krieg, Bioakustik, Sprachforschung, Biodiversität und Klimawandel.