Schönheit will als Wahrheit stets von neuem geschaffen werden.
Dies ist die erste umfassende Publikation über den amerikanischen Fotografen
Jock Sturges (geb. 1947), von ihm selbst zusammengestellt. Sie ist nichts
weniger als eine Ode an die Schönheit. Mehr als zwanzig Jahre hat Sturges
Fotos von heranwachsenden Mädchen und Jungen gemacht, und zwar sowohl in
seinem Heimatstaat Kalifornien als auch in einem FKK-Badeort an Frankreichs
Atlantikküste. Nacktheit war in seinem Werk niemals eine billige oder geschmacklose
Masche, sondern zeigt sich als der natürliche Zustand des Menschen. Ruhig
und fast beiläufig beobachtet Sturges den Alterungsprozeß seiner Modelle.
Seine verblüffenden Langzeitstudien registrieren kaum wahrnehmbare Veränderungen
in ihrem Aussehen, das langsame Reifen eines weiblichen Körpers. Seine
Fotografien sind Ausdruck des Vertrauens, das er über die Jahre hinweg
mit den Mädchen und ihren Familien aufgebaut hat. Seine Fotos sind Zeugnis
seiner Feinfühligkeit gegenüber ihrer Verletzlichkeit und Scheu. Seinem
großen Respekt für die Modelle entspringt die berührende Tiefe seiner Bilder.
Sturges konserviert einen Zustand, der vorübergeht und nie wiederkommt;
anmutige Formen, die die Zeit schließlich auslöscht. Sturges' Fotografien
feiern die natürliche Grazie und Schönheit. Er zeigt das Vergehen der Zeit,
wie sie in unseren Körpern, deren Reifeprozeß und letztlichem Altern sichtbar
wird. Eine süße Melancholie durchdringt Sturges' Bilder, da er weiß, daß
Schönheit kein Zustand auf Dauer ist - sondern ein kurzer Moment in der
Zeit, dessen Essenz wir in Ehren halten sollten.