Medea. Stimmen
von Christa Wolf - eine radikal neue Sicht auf einen der ältesten Mythen Europas.
In diesem vielstimmigen Roman entfaltet Wolf das Porträt einer Frau, die zwischen Wahrheit und Macht, Erinnerung und Verleumdung zerrieben wird. Fern der traditionellen Darstellung als Kindsmörderin wird Medea als Wissende, als Fremde, als eine, die sich weigert zu verstummen, neu erfahrbar.
Aus wechselnden Perspektiven entsteht ein polyphones Geflecht aus Erzählungen und Bekenntnissen, in dem persönliche und politische Schuld, gesellschaftliche Ausgrenzung und die Suche nach Wahrhaftigkeit untrennbar miteinander verbunden sind. Mit präziser, poetischer Sprache legt Christa Wolf die Schichten von Mythos, Geschichte und Gegenwart frei.
Als Frau des Argonauten Jason lebt Medea in Korinth, wohin sie ihm aus ihrer Heimat Kolchis gefolgt ist. Im königlichen Palast Korinths gerät sie in ein Spiel aus Verleumdungen, Intrigen und Lügen. Der Kampf um die Macht steht im Mittelpunkt, und Medea soll als Sündenbock geopfert werden. Die Medea der griechischen Tragödie, die Barbarin, Giftmischerin, die rachsüchtige Mörderin - hier wird diese Frauenfigur aus dem jahrtausendealten Mythos gelöst, das überkommene Bild revidiert.
In ihrem Erfolgsroman erzählt Christa Wolf die Geschichte der Medea neu und entwirft das Porträt einer eigenwilligen, ungewöhnlichen Frau.