Unmittelbar nach den Terroranschlägen vom 11.September 2001 in New York bekundete der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder seine "uneingeschränkte Solidarität" mit dem amerikanischen Präsidenten. Schon kurze Zeit später beteiligte sich Deutschland am "War on terror" in Afghanistan: gestützt von einem Mandat der Vereinten Nationen gelang es der internationalen Staatengemeinschaft, das Taliban-Regime zu stürzen. Doch bereits beim Irak-Einsatz bröckelte die Unterstützung in "the coalition of the willings" auf der einen- und dem vom damaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld desavouierten alten Europa auf der anderen Seite, zu dem sich auch Deutschland zählen musste.
In der Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob sich die deutsche Außenpolitik seit 9/11 einem grundlegenden Wandel unterzogen hat und von welchem Selbstverständnis einzelne Schritte bestimmt waren. Außerdem wird auf die Geschlossenheit einzelner Staaten eingegangen und welche Wirkungen die unterschiedlichen Meinungsspektren speziell innerhalb der deutschen Gesellschaft auf Bündnispartner wie die USA entfaltet haben, so konnte der Afghanistan-Einsatz in Deutschland doch nur mit Hilfe der Vertrauensfrage durchgesetzt werden, was die in der Sache zustimmende Opposition zu einer Ablehnung des Einsatzes zwang. Hingegen standen bei der Irak-Frage eine breite innerdeutsche Öffentlichkeit und die Bundesregierung der Intervention kritisch gegenüber, während die bürgerliche Opposition militärische Optionen nicht gänzlich ausschließen wollte.
Die Durchsetzung nationaler, speziell deutscher Interessen und deren Einbettung in den Handlungsrahmen der Europäischen Union findet im letzten Teil der Arbeit besondere Beachtung.