Das Südtirol ist neben Val d"Aosta und Friuli Venezia Giulia eine der drei in Italien bestehenden autonomen Regionen, die eine weit fortgeschrittene Unabhängigkeit besitzen. Die rechtlichen Grundlagen für das südtirolische Modell der Autonomie, das als gelungenes Beispiel dafür angesehen wird, wie Minderheitenkonflikte gelöst werden können, wurden mit dem Gruber-de Gasperi-Abkommen 1946 geschaffen. In dieser bilingualen Symbiose (das Ladinische wird aufgrund der geringeren Sprecherzahl, weniger als 4 ,2% der gesamten Bevölkerung aus der folgenden Analyse ausgeschlossen) werden das Italienische und das Deutsche in verschiedenen Situationen in unterschiedlichem Maße verwendet. Primäres Ziel dieser Auseinandersetzung besteht in der Beschreibung der wichtigsten Domänen des Sprachgebrauchs in Südtirol. Dabei werden Deutsch und Italienisch einbezogen und zur besseren Transparenz auch teilweise tabellarisch dargestellt. Nach Fishman beschreibt die Domänenanalyse die wichtigsten Lebensbereiche des Sprachgebrauchs, wie z.B.: Familie, Freundschaft, Religion, Beruf, Erziehung und Bildung. Es handelt sich um die Frage: "Wer spricht zu wem bei welcher Gelegenheit in welcher Sprache?"4Sekundär geht diese Arbeit auf den geographischen und historischen Aspekt ein und schildert die sprachliche Landschaft in Südtirol. Es wird versucht den gegenwärtigen Status Quo von Südtirol zu konkretisieren: Wie kam es dazu, dass in Südtirol zwei (drei) Sprachen gesprochen werden? Wie weit erstreckt sich der südtirolische Sprachraum? Wie stehen dort prozentual Italienisch und Deutsch zueinander? Anschließend werden die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung in einem Fazit zusammengefasst.