Diese Diplomarbeit behandelt die Werke des serbischen Schriftstellers Svetislav Basara.
Bekannt wurde dieser zunächst als Autor der 80er Jahre Generation. In seinen frühen Werken herrschte Nihilismus nach dem Vorbild Becketts vor; Ideologie und historische Utopien wurden der erzählerischen Transformation im Stile Borges ausgeliefert. (Jerkov. 1992: 34 f.) Basara übertreibt die Welt auf eine groteske Weise. Seine Bücher Fama o biciklistima, Na Gralovom tragu und Fenomeni illustrieren gut den Übergang der Prosa der 80er Jahre aus der Zone des astralen Ästhetizismus in die Zone des engeren Kontakts mit der Geschichte und der Wirklichkeit. Hier kommt es auch zu einem sorgfältig vorbereiteten Austausch globaler narrativer Perspektiven; die horizontale Perspektive stellt sich um auf eine Vertikale. (Pantic. 1994: 158 ff.)
"Raum = Geschwindigkeit / Zeit" (Basara. 1996a: 133)
Diese Formel benützt Svetislav Basara in einem seiner Werke; man könnte sie auch als Ge-samtüberschrift für alle seine Veröffentlichungen gebrauchen. Raum, Geschwindigkeit und Zeit und ihre Beziehung zu einander sind Bestandteile aller Werke. Wie sieht der Autor diese Elemente und vor allem, wie verwendet er sie, mit diesen und ähnlichen Fragen wird sich diese Studie hauptsächlich beschäftigen. Ernst Pöppel, der sich auch mit dem Thema der Zeit befasste, verweist in Bezug darauf auf Kant: "Für Kant sind Zeit und Raum Anschauungsformen, die uns von vornherein mitgegeben sind; Zeit und Raum sind nach seiner Meinung also nicht aus unseren sinnlichen Erfahrungen abgeleitet. Kant schreibt hierzu in der "Kritik der reinen Vernunft": "Zeit und Raum sind zwei Erkenntnisquellen, aus denen a priori verschiedene synthetische Erkenntnisse geschöpft werden können". Zeit und Raum sind somit die Grundkategorien menschlicher Wirklichkeitserfahrung." (Pöppel. 1995: 128)