Geschichtlich betrachtet haben formkritische Studien prophetischer Literatur hauptsächlich Geschichtsfragen beantwortet. Jedoch haben Wissenschaftler unlängst begonnen, sich auch mit literarischen Themen als solchen zu befassen. Tyler D. Mayfield beschäftigt sich mit zwei dieser Themen: der literarischen Struktur und dem literarischen Kontext, um Ezechiel als ein wohlüberlegtes literarisches Werk und eine prophetische Komposition mit einer strukturierten Form und einer durchdachten Anordnung von Einheiten lesen zu können. Mayfield liefert eine Diskussion über die Rolle literarischer Kennzeichen in der Struktur und schlägt eine literarische Struktur des Buches vor, die sich auf zwei Muster stützt: das chronologische Muster, das das Buch in 13 kleine Einheiten aufteilt, und das prophetische Wort-Schema. Anschließend plädiert der Autor für ein kontextbezogenes Lesen ausgewählter Passagen Ezechiels und verwendet dazu dessen literarische Struktur, um die literarischen Zusammenhänge zu ergründen.
Historically, form critical studies of prophetic literature have answered mainly historical questions. However, scholars recently have begun to address literary topics as well. This study of the book of Ezekiel addresses two such topics-literary structure and literary setting-in order to read Ezekiel as a deliberate work of literature, a prophetic composition with a highly-structured form and an intentional placement of units. Mayfield provides a discussion of the role of literary markers in structure and proposes a literary structure of the book based on two formulas: the chronological formula, which divides the book into 13 macrounits, and the prophetic word formula. Then, the author argues for contextual readings of selected Ezekiel passages using literary structure to highlight literary settings. One of these contextual readings presents the unlikely macrounits, Ezek 24-25 and Ezek 32:17-33:20, as transitional units within the book.