Das vorliegende Werk beinhaltet die Analyse von politischen Macht- und Herrschaftsverhältnissen im Kontext des Buddhismus, am Beispiel des historischen Indien und Ceylon.
Politik kann als ein dreifaches Prinzip bezeichnet werden, das institutionell (polity), normativ (policy) und prozessual (politics) bestimmt wird. Die institutionelle Dimension beinhaltet die Verfassung, sonstiges Recht, Regierung, Gerichte und Parlamente. Die Normative, inhaltliche Dimension verweist auf die Ziele, Aufgaben und Gegenstände von Politik, während die prozessuale Dimension auf die Vermittlung der Interessen mittels Konflikt und Konsens abstellt. All diese Dimensionen werden bei der Analyse der Macht- und Herrschaftskonstellationen berücksichtigt.
Von der buddhistischen Religion als solcher werden grundsätzlich keine politischen Innovationen ausgehen können, welche u.a. darauf abstellen Ungerechtigkeiten innerhalb der Gesellschaft zu kompensieren. Von hervorragender Bedeutung für die vorliegende Analyse ist daher der Einfluß, der von religiös-ideologischen Konzepten ausging. Ebenso bedeutungsvoll ist die Analyse des buddhistischen Ordens (Sangha) als Akteur im sozio-politischen Geflecht Ceylons. Insofern wird die spezifische Beziehung von Staat und Religion, Monarchie und Buddhismus analysiert. Der Einfluß der buddhistischen Lehre per se ist für diese Arbeit von marginaler Beutung.
Mit der vorliegenden Arbeit werden auch diverse Thesen, die Max Weber zum Verhältnis von Staat und Buddhismus aufgestellt hat, einer kritischen Diskussion unterzogen. Die Institution des orthodoxen Buddhismus, der die Kultur Ceylons besonders geprägt hat, wird im Rahmen der Betrachtungen primär berücksichtigt.